Es ist Sonntag. Ein typischer Herbsttag in Hamburg: Nieselregen und Kälte. Man möchte am liebsten gar nicht aus dem Haus gehen. Muss man ja auch nicht, denn ein Tag mit seinen Liebsten im gemütlichen Zuhause, ist wohl das angenehmste, was man an so einem Tag machen kann. Da geht es nach dem Ausschlafen – soweit man kann – vom ausgiebigen Frühstück übergangslos in den Nachmittag und Abend. Und schon ist der Sonntag vorbei – aber begleitet und erfüllt von leckerem Essen, Zeitunglesen, Musikhören, Telefonieren mit Freunden, Faulenzen, Spielen, Erzählen, Lachen und Schmieden von Plänen für die kommende Woche.

An so einem Tag fällt natürlich auch das Mittagessen etwas aufwändiger aus. Wie es überall in Kroatien typisch ist, kommt vor der Hauptspeise die obligatorische Suppe zum Einsatz. Ein absolutes Muss! Und ja: Es ist die richtige Jahreszeit für eine vollmundige Suppe mit Brokkoli, einem Gemüse, das eng verwandt mit dem Blumenkohl ist.

Ich habe diese Suppe in Perfektion bei Freunden in der Region um Dubrovnik herum gegessen – also in Süddalmatien. Sie ist typisch für diese Region und heißt demzufolge auch Dubrovačka juha od prokulice. Sie wird mit gerösteten Weißbrotwürfeln, also Croûtons, serviert und gegessen. Den besonderen Pfiff bekommt die Suppe durch die saure Sahne. Die leichte Säure verbindet sich vortrefflich mit dem Gemüse und macht die Suppe vollmundig und rund. Außerdem ist die Säure ein guter Appetitanreger für alles, was danach noch folgt.

Die Küche sieht nach so einem Tag natürlich wie nach einem Bombeneinschlag aus. Aufräumen kann man ja auch noch am Montag…

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Der Herbst in Hamburg ist in vollem Gange. Das Wetter ist entsprechend: Nass und kalt – wobei die Wettervorhersage für das Wochenende ganz optimistisch stimmt.

Das bedeutet aber auch, dass es an der Zeit ist, die vielen Herbst- und Wintergemüse in den täglichen Speiseplan einzuabreiten. Der Herbst ist perfekt für die vielen Suppen, Eintöpfe und die anderen deftigen Gerichte. Und finde ich nichts schöner, als einen großen Topf auf den gemeinsamen Tisch zu stellen, aus dem sich jeder nach Herzenslust bedienen kann – zugegeben, etwas hemdsärmelig. Aber genau das ist es, was einfache Gerichte ausmachen: Sie machen alle gleichermaßen glücklich. Die ganze Familie sitzt an einem Tisch, und jedem tut dieses Essen gut. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um einen Wochentag oder um ein Wochenende handelt. Es ist unheimlich erfüllend, wenn man das Glück der Liebsten beim Essen in deren Gesichtern erkennen kann.

Heute koche ich ein typisches Herbstgericht, das ich einmal bei Freunden auf der kargen Insel Brač – mitten in Dalmatien – genießen durfte. Es ist eine Suppe mit Blumenkohl – Bračka juha od cvjetače – und dem herrlich aromatischen dalmatinischen Schinken, dem Pršut. Die Suppe spiegelt den Charakter der Insel wider: Einfachste Zutaten, einfachste Zubereitung und ein direkter, schnörkelloser und vollmundiger Geschmack.

So geht es geschmackvoll und glücklich durch den Herbst…

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Gutes Essen macht immer glücklich – unabhängig davon, ob es ein aufwändiges oder einfaches Gericht ist. Wenn man es mit Hingabe und Liebe zubereitet, schmeckt man es. Wenn man das Essen dann auch noch für den Menschen kocht, der einem über alles am Herzen liegt und der einen erfüllt, dann ist es das größte Glück, das man täglich genießen kann.

Und so habe ich es auch im Sommer bei meiner Familie und meinen Freunden in Kroatien wieder erlebt. Nichts ist schöner, als zu erfahren und zu schmecken, mit wie viel Hingabe und Leidenschaft Familie, Freunde und Verwandte kochen, damit es allen gut geht. Ich genieße das jedes Jahr aufs Neue. Und ich bin sehr begeistert von dieser Herzlichkeit und Gastlichkeit, bei der das Essen zwar wichtig ist, aber in den Hintergrund rückt, weil es die Menschen und ihre Geschichten sind, die alles mit Leben erfüllen. Das Essen ist dabei der kleinste gemeinsame Nenner, der die Basis schafft und alle an einen Ort zusammen führt: An einen Tisch!

Da ich im Sommer hauptsächlich in Dalmatien unterwegs war, kommt heute natürlich auch ein Gericht aus dieser unbeschreiblich schönen Küstenregion auf den Tisch. Das Gericht nennt sich Govedi savici na primorski – Gefülltes Rumpsteak. Es erinnert an ein Cordon bleu, ist aber geschmacklich vollkommen anders, viel mediterraner, viel aromatischer und viel intensiver.

Mit diesem Gericht auf dem Teller und mit seinen Liebsten am gemeinsamen Tisch, steht dem Glück und einem erfüllten Tag nichts mehr im Weg…

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Die neuste Ausgabe des Falstaff-Magazins trägt den Titel „Glücksmacher – Wie wir mit Essen happy werden“. Es trifft genau meine Idee und Vorstellung von gutem Essen, welches die tägliche Dosis Glück bedeutet, die jeder von uns braucht. In dem Beitrag kommt Paul Ivić, ein Wiener Koch mit kroatischen Wurzeln, zu Wort: „Essen hat viel mit Emotion zu tun. Wenn mit Gefühl gekocht wird, wird das beim Essen übertragen.“

Die sinnliche Freude beim gemeinsamen Essen mit Freunden, der Familie oder mit dem Menschen, der einem am liebsten ist – wenn also alles mehr als passt – erleben wir als vollkommenes Glück. Somit ist auch einfach zu erklären, warum ich so gerne koche – für mich selbst und für andere – und warum ich die schönsten Zutaten verwende und sie in genussvolle Gerichte verwandele.

Ein typisch dalmatinisches Gericht ist Kokoš ipod peke. Schaut man auf die Zutaten, ist das Gericht wenig spektakulär: Ein frisches Hähnchen, geräucherter Schweinebauch, Kartoffeln, Sellerie, Zwiebeln, Knoblauch, Rosmarin und Lorbeerblätter. Aber die Zubereitung ist besonders und eine traditionelle Art in Dalmatien: Viele Gerichte werden auf mittelalterliche Weise unter einer kuppelförmigen, gusseisernen Schale, auf der heiße Kohle liegt, zubereitet. Im Grunde genommen ist es ein Schmorgericht. Wir behelfen uns heute mit einem Bräter oder Römertopf und unserem Backofen…

Bei meinen Freunden in dem kleinen Dorf auf der kleinen Insel in Mitteldalmatien durfte ich dieses aromatische und vollmundige Essen genießen. Auch wenn das Garen einige Zeit in Anspruch nimmt – etwa zwei Stunden – so kann ich nur das wiederholen, was Paul Ivić über glücklich machendes Essen aussagt: „Fast Food kann nicht glücklich machen. Wenn etwas nicht mit Gefühl zubereitet wurde, ist es seelenlos.“

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Am besten gefallen mir ausgedehnte Essen mit denjenigen zusammen, die einem am liebsten sind. Klar ist, dass nicht jede Mahlzeit – insbesondere unter der Woche – so ausgiebig ausfallen kann, wie an freien Tagen und an Wochenenden. Aber wenn man die Zeit dazu hat, sollte man das Essen auch zelebrieren und die Geselligkeit bei Tisch besonders genießen.

Ende Juli besuchte ich meine Freunde in Dalmatien. Jedes Essen mit ihnen erfüllte mich in jeglicher Hinsicht: Tolle Menschen, tolles Essen, tolle Gespräche – auch wenn alles immer drunter und drüber geht und alle gleichzeitig reden. Und das Essen war natürlich auch eine Wucht. Besonders die Mühe und Hingabe, mit der sie das Essen zubereiten, beeindruckt mich immer wieder. Beeindruckt bin ich aber auch von der Fülle und Vielfalt der einzelnen Speisen, die auf den Tisch kommen. Es bleibt niemals nur bei einem Gericht und den korrespondierenden Beilagen. Es gibt grundsätzlich verschiedenste Vorspeisen und mindestens eine Suppe.

Eine der Vorspeisen fand ich besonders lecker: Gefüllte Zucchini mit einer würzigen Tomatensauce – Punjene tikvice u rajčici. Man hätte fast meinen können, dieses Gericht sei schon die Hauptspeise, aber ich lag falsch. Es war vielmehr einer der köstlichen Appetitanreger direkt nach der zauberhaften Suppe…

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