Wer kennt nicht das Gefühl, wenn die Liebsten über das Wochenende zu Freunden verreist sind und man selbst nicht mit kann, weil man arbeiten muss? Was macht man, um der Leere, dem fehlenden Lärm, Gebrabbel, Gelächter, Gezanke und der fehlenden geliebten Nähe zu entgehen?

Ich lade einfach meine engsten – und sehr, sehr hungrigen – Freunde ein: Wir kochen, essen, trinken, erzählen und lachen – und freuen uns auf die Zeit, die noch kommt!

Wenn hungrige Jungs kochen, wird es immer sehr deftig. Dazu fällt mir ein besonderes Essen aus Dalmatien ein: Kalbsfrikadellen in einer herrlichen Tomatensauce und mit ganz viel Kartoffelstampf. Bier ist ein sehr guter Begleiter und passend zur Lage. Natürlich hätten wir auch ganz profane Frikadellen machen können, aber die mit Kalbsfleisch sind wesentlich schmackhafter und feiner und ausgewählter. Außerdem sind es meine engsten Freunde! Die eingearbeiteten Aromaten – dalmatinischer Speck, Zwiebeln, Knoblauch und Petersilie – erledigen den Rest und machen das ganze Gericht zum Festessen. So, wie es sich gehört!

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Ostern ist ein großes Fest auf dem Balkan. Ein paar freie Tage, Erwachsene und Kinder scheinen außer Kontrolle, in Vorfreude auf den Ostersonntag.  In allen Haushalten wird gekocht und gebacken, was die Küche hergibt, Familien und Freunde kommen zusammen an einen Tisch und feiern ausgelassen.

Wir kennen das auch in Hamburg: Der Osterzopf gehört auf jeden Frühstückstisch. In Dalmatien gibt es natürlich auch ein süßes Osterbrot. Je nachdem, wo man sich in der Region Dalmatien gerade aufhält, heißt es entweder Pinca oder Bubica oder eben auch – insbesondere auf der Insel Brač – Sirnica. Die Machart ist immer gleich, das Aussehen und die Aromaten variieren je nach Region, Haushalt und überliefertem Rezept. Gleich bleiben die Begleiter: gekochter Schinken, Frühlingszwiebeln, frischer Meerrettich und natürlich gekochte und gefärbte Eier.

Wenn alle da sind und das Frühstück beginnt, ist es immer ein Selbstgänger: Alle sind glücklich, reden durcheinander und lachen mit vollen Mündern. Und es gibt kein Halten mehr. Das ist für mich der schönste Moment. Besser geht es nicht – wobei ich nach so einem Tag immer das Gefühl habe, renovieren zu müssen… Perfekt!

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Das neue Jahr ist jetzt schon etwas mehr als einen Monat alt. Der Winter hat Hamburg immer noch fest im Griff. Minustemperaturen und ein eisiger Wind machen den Aufenthalt im Freien nicht gerade zum freudigen Ereignis. Dafür ist es zuhause um so gemütlicher – insbesondere in den Abendstunden, wenn die Liebsten nach einem langen Tag zusammen kommen, um zu essen, zu erzählen und zu lachen. Was kann da schöner sein?!

Wenn das Wetter in Hamburg so ist, wie es ist, erinnere ich mich gerne an die Zeit, als ich einmal im Winter bei Freunden in Slawonien – der nördlichsten Region Kroatiens, direkt an der Grenze zu Slowenien – war. In besonderer Erinnerung blieb mir das Essen und alles, was drum herum passierte: Eine einfache, unglaublich aufgeheizte Küche mit dem tollsten Herd, den man sich vorstellen kann, laute Gespräche und Frotzeleien über alle möglichen Dinge des Lebens, viel Wein, viel Bier, viel Schnaps. Und das beste Essen für genau diese kalte Jahreszeit und die mehr als eisigen Temperaturen. Es ist ein Ričet, ein Eintopf aus Bohnen, Graupen und geräucherten Schweinerippchen. Einfacher geht es kaum. Geschmackvoller auch nicht.

Ich finde, jeder kalte Winterabend sollte genau so sein – und so lange andauern, wie nur möglich!

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Es ist der erste Advent. Eine schöne Zeit beginnt: Die Vorweihnachtszeit. Alle Wohnungen und Häuser sind bereits geschmückt. Überall sieht man liebevoll arrangierte Lichter und andere Weihnachtsdekorationen. Auf dem Adventskranz brennt die erste Kerze.

An so einem Tag kann es nur gemütlich vonstatten gehen. Wem gebührt an diesem Tag die Ehre, die erste Kerze auf dem Adventskranz zu entzünden? Natürlich den Kindern! Und sofort kehrt eine wohltuende Wärme ins Haus ein. Ich finde, an dem ersten Tag der Vorweihnachtszeit darf etwas Selbstgebackenes nicht fehlen. Klar ist, dass man natürlich fast jeden Tag Plätzchen bäckt. Aber heute ist mal ein weihnachtlicher Apfelstrudel an der Reihe…

Der Strudel wird in Kroatien – angelehnt an das Deutsche – Štrudlin genannt. Oder eben auch Savijača. Bei diesem Kuchen spührt man den k.u.k.-Einfluss auf die kroatische Küche sehr deutlich. Um der Weihnachtszeit gerecht zu werden, verfeinere ich den Strudel mit Zimt und Walnüssen. So bekommt er auf jeden Fall den charakteristischen weihnachtlichen Geschmack.

Die Familie freut es. Mich auch. Die Aufregung – insbesondere bei den Kindern – steigt. Und wir starten gemütlich und entspannt in die Zeit des Jahres, die einen noch näher mit seinen Lieben zusammen rücken lässt.

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Gestern Abend lief im Ersten eine neue Folge von Tim Mälzers Lebensmittel-Check. Es ging um Fertiggerichte. Ich traute meinen Augen nicht, was ich da zu sehen bekam: Keine einzige frische Zutat, nur Produkte, angreichert mit künstlichen Aromastoffen, Geschmacksverstärkern und anderen Zusatzstoffen, von denen kein Mensch weiß, woher sie stammen und was sie dem Körper antun, wenn man sie verzehrt. Das ist nicht meine Welt. Und das will ich meiner Familie, meinen Freunden und mir auch nicht antun.

Zum Glück können wir frei entscheiden, wie wir kochen und womit. Und zum Glück gibt es noch die guten Produzenten, die kleinen spezialisierten Betriebe, Fleischer, Bauern und Hofläden, die frische und saubere Lebensmittel für uns bereit halten.

Dabei ist es doch das handwerkliche Kochen mit Liebe, Hingabe und frischen Zutaten, das einem die tägliche Dosis Glück beschert. Nicht nur für mich selbst, sondern auch für alle anderen, die mit mir am Tisch sitzen und sich einfach wohl fühlen. Wenn man wochentags abends zusammen sitzt, über den Tag und das Erlebte sprechen kann, wenn man zusammen kommt, um den Tag gemeinsam abzuschließen, dann ist es für mich das größte Glück, das ich mir vorstellen kann. Dann war es ein guter Tag – egal, was alles passiert sein mag.

Ein schönes Essen für einen Abend unter der Woche sind Schweinekoteletts in Tomatensauce – Svinjski kotlet u umaku. Es ist einfach und schnell, aber unfassbar aromatisch, denn es verbreitet den Geschmack der mediterranen Küche Dalmatiens: Dalmatinischer Speck, Knoblauch, Tomaten, Rosmarin. Eine perfekte Kombination. Und der Tag bekommt einen perfekten Abschluss…

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